Mittwoch, 4. April 2012

Hausfrau - früher und heute ;-)

Zu Eurer Information, ich muss seit 25.3.2012 bei Beruf Hausfrau eintragen, nicht mehr in Elternzeit oder sowas, nein ich bin Hausfrau, aaaahhhh.
Nachdem Jolina ja ursprünglich erst eine Kindergartenzusage ab September hatte musste ich kündigen - kurz vor meinem 25 jährigen Dienstjubiläum, schon ein seltsames Gefühl.
Aber mein Bauch sagt "Der richtige Schritt"

Früher: musste meine Mutter sich rechtfertigen warum sie trotz Kind arbeitet

Heute: muss ich mich rechtfertigen warum ich nicht arbeite.

Früher: Wenn Hausfrauen und Mütter jammerten wieviel Arbeit sie doch hätten dann rollte ich innerlich mit den Augen und dachte "Ich schaffe meinen Haushalt und gehe noch arbeiten!"

Heute: Jammere ich, dass ich nicht rundkomme und habe erkannt: wenn man nicht zu Hause ist kann man auch keine Unordnung machen - und vorallem wenn diese drei anderen Chaosmitfamilienmitglieder nicht zu Hause sind können die auch nicht wie ein Tornado durchs Haus fegen und den Anschein erwecken es seien Einbrecher da gewesen und hätten alles durchwühlt *stöhn* Okay, zu meiner Entschuldigung sei gesagt, Jolina ist schon etwas aufwändiger als der gängige Durchschnitt sonst hätten wir nie Pflegestufe 1 bekommen.
bocking Jolina
weil Mama keinen Keks rausrückt
Früher: Dachte ich bockige Kinder seien verzogen.

Heute: Weiß ich, es gibt wohl solche und solche Kinder und meine Eltern hatte ganz schön Glück mit mir. (Sagt meine Mutter heute selbst)

Willkommen zur Tupperparty
Nein - wir haben noch mehr Schüsseln :D
Früher: dachte ich: "Wir haben gar nicht so viele Schüsseln"

Heute: denke ich: "Wenn die schon mal alle ausgeräumt sind, könnte ich ja mal den Schrank auswischen" Freiwillig mache ich das nie, so tief ist das Hausfrauensein noch nicht in mich vorgedrungen.
Jolina hat ein Sudoku gelegt
Früher: Dachte ich Essen gehört in den Teller

Heute: Kann man bei uns vom Boden essen. Wir könnten eine weitere Familie durchfüttern was bei uns alles unter dem Tisch landet oder durch die Küche fliegt.

Heute mittag hat sich Louisa Buchstabennudelsuppe gewünscht, bevor ich überhaupt am Tisch saß hat Jolina mit meinen Nudeln ein lustiges Rätsel gelegt, bzw gekleckert.

Gestern - irgendwo in Deutschland

Früher: Fand ich meine Esspressotasse in der regel dort wo ich sie hingestellt habe

Heute: Stelle ich fest, dass Jolinas Arme wohl gewachsen sind und der freizulassende Rand am Tisch noch etwas breiter sein muss



"Ei - Blut - Kakao"
Nein - einfach nur Dreck
den Rest haben wir auf anderen Kleidungsstücken

Früher: dachte ich, dass diese Waschmittelwerbungen doch schon etwas überzogen seien und, dass es solch schmutzigen Kleider niemals geben würde.

Heute: Weiß ich es einfach besser

Wie kam es zu diesen Kleidern?
Erstaunt darüber, dass Jolina einen Kindergartenvormittag mit rosa Hosen sauber überstanden hat, obwohl sie auf dem Außengelände gespielt hat und es feucht war holten wir gemeinsam Louisa vom Kindergarten ab.
Hätte ich nicht auf dem Weg vor dem Kindergarten noch ein Schwätzchen gehalten wäre Jolina nicht einen Hügel hochgeklettert und Louisa hätte sie dann "gerettet".
O-Ton meine Tochter: "Ich musste Jolina an den Händen den Hügel runterziehen, sonst wäre sie ja vielleicht gekugelt und dann wäre sie auch hinten schmutzig! Sie hätte sich auch ein Bein brechen können,
ich musste das tun!"

Früher: dachte ich nicht gerade freundlich über Klugscheißerkinder

Heute: Habe ich selbst eins und könnte Jolina sprechen hätte ich wahrscheinlich zwei von der Sorte.

Am Abend ist mein Kopf so leer, da kann man den Wind drin heulen hören und dabei habe ich nix mit dem Gehirn geleistet. Obwohl, mein Kopf hat ständig Input in Form von "Mama-Mama-Mama!!!"
Am Abend leuchtet dann an der Innenseite meiner Augen auf "Overload"

Früher: habe ich einen 12 Stunden Tag gehabt, habe Zahlen jongliert, Entscheidungen getroffen, Pläne erstellt

Heute: habe ich einen 24 Stunden Tag (denn Mütter sind allzeit bereit), muss nachrechnen wenn man mich fragt wie alt ich bin, plane wie ich am besten die Termine meiner Töchter unter einen Hut bekomme

Ich traue mich aber eigentlich nicht zu jammern, denn andere gehen zur Arbeit und machen noch ihren Haushalt ;-)

Grüße aus dem Chaoshaushalt

Eure Martina

Kommentare:

  1. Liebe Martina.

    Du bist eine tolle Mama und du machst das super.
    So das musste mal gesagt werden.

    LG Ramona

    AntwortenLöschen
  2. Ein wunderbarer Post. So voller Witz und Wahrheit.
    Ich kann das wirklich nur unterschreiben :o)
    LG Claudia

    AntwortenLöschen
  3. Du hast es so schön geschrieben :-) Bezaubernd und wie wahr es doch alles ist :-)

    AntwortenLöschen
  4. Aaaaahhhhh sooooooo toll - ich lach mich hier kaputt - Klugscheisserkinder - die find ich auch nervig ;) Ich liiiiiebe deine Berichte - die sind soooo ehrlich und witzig geschrieben!!! Du solltest ein Buch schreiben - ich werd auch Probeleserin ;)

    Liebe Grüße (und rück die Kekse endlich raus du pöse Mama *G*)

    AntwortenLöschen
  5. Ein super geniales Posting, lädt zum nachdenken und schmunzeln zugleich ein...
    GlG Aylin die eben durch ein liebes Menschenkinde deinen Blog entdeckt hat *zwinkaaaa

    AntwortenLöschen
  6. Hallo Ramona,
    Du hast sooo recht! Das Leben als Hausfrau und Mutter ist wirklich nicht so rosarot, wie es oftmals dargestellt wird. Als Nur-Hausfrau wird einem heutzutage wirklich schon ein schlechtes Gewissen gemacht, dabei ist die Arbeit zu Hause oft stressiger als im Büro. Also, lass Dich nicht runterziehen!
    GLG Nomilinchen

    AntwortenLöschen
  7. Hallo Martina,
    was für wahre Worte. :)
    Ich musste wirklich das ein oder andere Mal schmunzeln und an die Aktionen meines 2jährigen Sohnes denken. :)
    Ja, wir Hausfrauen haben wirklich einen nicht immer so einfachen Job, den wir - zumindest die meisten von uns - sehr gerne machen. Kinder sind das tollste auf Erden und ich möchte mein Kind aufwachsen sehen und bin daher eine STOLZE Hausfrau und Mama!
    Liebe Grüße und ein schönes Osterfest mit deinen Lieben!
    Annika

    AntwortenLöschen
  8. Ohhh liebe Martina, dass hast du so genau auf den Punkt getroffen! Ich bin gerne Hausfrau und Mutter, aber wenn ich Frauen höre, meist Mitte der Zwanziger, die sagen, naja wenn ich dann mal Kinder hab, mach ich das so und so, und ausserdem kann ich mich ja dann auch noch weiterbilden, weil ich ja dann soviel Zeit hab, grinse ich leicht in mich rein, und denke mir.. spätestens, wenn du im Babyalltag gelandet bist, merkst dass du seit drei Wochen kaum noch einen Blick in den Spiegel geworfen hast, das Wimperntusche was ist, was man in einem anderen Leben benutzt hat, und Schlaf sowieso überbewertet wird, dass du dich heimlich kurz vors FB schleichst nur um mal mit der Aussenwelt, die nix mit Kindergartenbasar und Wäsche zusammenlegen zu tun hat, und dich dem Choas, das deine Kinder hinter dir veranstalten nicht zu stellen brauchst..., dann hast du für die Mamas Verständnis, und wirst zu so einer, die du nie sein wolltest. :) Ich drücke dich Martina, und hoffe die nächste Woche ein paar schöne Tage zu bereiten... <3<3<3

    AntwortenLöschen
  9. Ohhh es ist alles so wahr und soooo lustig geschrieben. Ich bewundere jede Hausfrau!!
    LG,
    Virginie

    AntwortenLöschen
  10. Ich bin eben an deinen Text hängengeblieben und dachte nur "wie war".... ich bin auch Hausfrau bzw. habe mich seit Ende 2011 selbständig gemacht und arbeite quasi von zuhause aus... was natürlich nicht so richtig hinhaut, da mein Sohn noch nicht im Kiga ist. Manchmal bin ich echt überrascht, wenn ich hier die Familien mit bis zu 4 Kids sehe, bei denen beide Vollzeit arbeiten und die immer so herrlich entspannt mit den Kids umgehen.... ich bin abends manchmal so weit, daß ich garnix mehr hören oder sehen will. Es ist ein komplett anderes leben mit den Kids Zuhause und es ist psychisch viel anstrengender als jeder Job!

    AntwortenLöschen
  11. hihi ein klasse post und ich finde deinen schritt mutig und toll!!!!

    und ich finde toll, dass scheinbar doch jedes kind einmal bockig ist ;-)

    glg sandra

    AntwortenLöschen
  12. Liebe Martina,

    dein Post ist schön und stimmt nachdenklich. Aber eigentlich... willst du es ja gar nicht anders.
    Ich wünsche dir und deiner Familie wundervolle Osterfeiertage und, dass du vielleicht ein wenig zur Ruhe kommst.

    Liebe Grüße,
    ilal

    AntwortenLöschen
  13. Hi Martina!

    Das ist sooooo wahr. Und mit Tamino habe ich auch ein Klugscheißer-Kind ;-)

    AntwortenLöschen
  14. Erst einmal möchte ich mich über Deinen lieben Kommentar bei mir bedanken. Ich habe mich sehr darüber gefreut.
    Familie ist für mich das Schönste und Wichtigste. Aus Deinen Zeilen entnehme ich, dass Du das Chaos nicht mehr missen möchtest. Und rechtfertigen musst DU Dich als "Hausfrau" überhaupt nicht.
    LG
    Ari

    AntwortenLöschen
  15. Hallo Martina,
    es macht ja soooo eine Freude Deinen Post zu lesen...wie wahr das doch alles ist!!
    Schöne Ostertage und liebe Grüße
    Katrin

    AntwortenLöschen
  16. oh mann, ich habe zwar nur ein kind, das noch nicht wirklich reden kann, aber es kommt mir SEEEHR bekannt vor :-)
    dein post spricht ir aus dem herzen!
    lg und einen schönen feiertag!
    carola

    AntwortenLöschen
  17. Hach ist das schön zu sehen, dass es anderen Müttern auch so geht! ;)
    Meine beiden sind zwar schon ein bissl älter (12 und 10), aber es wird nicht besser - nur anders! Grade bei der 12jährigen... die weiss nicht nur alles - die weiss auch alles BESSER *argh*

    LG und schöne Feiertage,
    Tina

    AntwortenLöschen
  18. Liebe Martina,
    du hast den post so schon aus dem herzen geschrieben :)
    wie wahr :)

    gglg
    yvonne

    AntwortenLöschen
  19. So ein süßer Post :-) Herrlich. Und der ist so wahr.

    AntwortenLöschen

Kommentare sind die Würze eines jeden Blogs, daher freue ich mich auch über Deine Worte
(Wenn Du Fragen hast beantworte ich die hier unter deinem Kommemtar, dann haben andere auch gleich etwas davon)